20 Jan

Das muss mal gesagt werden: Zeitarbeit

Zeitarbeit wurde lange verpönt als moderner Sklavenhandel. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Lohnpolitik für diese Branche bislang fragwürdig war. Doch Zeitarbeit ist jetzt ein wirkliches Sprungbrett für Festanstellungen geworden, vor allem seit der Gesetzgeber einiges daran geändert hat. Das ist mir erst bewusst geworden, als mir meine Schwägerin von ihren Erfahrungen mit dieser Branche berichtete. Sie hat mich neugierig gemacht und deswegen habe ich mir etwas näher mit dieser Branche befasst.

Zeitarbeit kommt, wie kann es anders sein, aus Amerika. Der Prozess, sich Arbeitskräfte auszuleihen, erwies sich als echte Marktlücke. Über 4000 Unternehmen gibt es in Deutschland, die in der Zeitarbeitsbranche agieren. Der Ablauf bleibt weitestgehend derselbe: Hat ein Unternehmen Bedarf an Mitarbeitern, wendet es sich an eine Zeitarbeitsfirma und „leiht“ sich das Personal für einen gewissen, befristeten Zeitraum. Der Zeitarbeiter hat keinen Vertrag mit dem Unternehmen, in dem es tätig ist, sondern mit der Zeitarbeitsfirma. Wenn zwischen den Zeiten der wirklich geleisteten Arbeit zu zeitlichen Lücken kommt, bezahlt die Zeitarbeitsfirma das Gehalt weiter.

Diese Flexibilität nützt nicht nur dem Arbeitgeber, sondern auch dem Arbeitsnehmer, der einen gewissen Sicherheitsfaktor genießt. Wenn es in einem Unternehmen zu personellen Engpässen kommt, sei es durch Elternzeiten, Krankheiten oder Urlaub, können durch gezielte Personalplanung des Unternehmens unter Rückgriff auf Zeitarbeit diese Engpässe überwindet werden.

Eine Festanstellung ist dabei keine bloße Illusion, um die Arbeitskräfte zu vertrösten. Ich hatte meiner Schwägerin bislang immer davon abgeraten, sich dem „modernen Sklavenhandel“ zu verkaufen. Aber sie hat jetzt ihre Festanstellung, schon nach wenigen Monaten. Ich bin von Natur aus eher vorsichtig, wie die meisten von euch mittlerweile wissen, und gehe skeptisch mit neuen Entwicklungen um. Manchmal muss man aber auch Konventionen über Bord werden. Im Zeitalter der globalen Wirtschaft ist es, anders als früher, nicht mehr umsetzbar, 40 Jahre und mehr in einer Firma den gleichen Job zu haben. Es gilt jetzt flexibel und anpassungsfähig zu sein, verbunden mit einem gewissen Durchhaltevermögen, um sich durchzuschlagen…