12 Jan

Nachgedacht: der Umwelt zuliebe

Ja ich gebe zu, ich bin unheimlich konservativ. Zumindest was die Realisation von neuen Maßnahmen betrifft, die angeblich die Umwelt schützen. Klimaschutz ist ja schön und gut. Doch  letzten Endes wirklich etwas dafür zu tun, davor sträuben sich die meisten. Clever also, wenn der Staat mit Aktionen lockt, die nicht nur einen Beitrag zur Umwelt leisten, sondern auch die Haushaltskasse aufpolieren.

Die Aktion „Dieselpartikelfilter nachrüsten“ scheint genau dies zu vereinen. Deswegen habe ich mein Auto umgerüstet. Das steigert natürlich auch den Wiederverkaufswert meines Autos und ganz nebenbei erhalte ich steuerliche Vorteile der Kfz-Steuer. Nein, mal im Ernst: Das es finanzielle Vorteile für mich gab, war eigentlich zweitrangig.

Ja, der Staat lässt sich schon etwas einfallen. Ebenso wie die Nachrüstung von Dieselpartikelfiltern gefördert wird (mit rund 330,- Euro) gibt es ja noch andere staatlich geförderte Projekte, wie z.B. die Solarwärme. Und auch die Abwrackprämie soll ja nicht nur Deutschlands Wirtschaft ankurbeln, sondern gleichermaßen dafür sorgen, dass schadstoffarme Autos die alten, stinkenden Motoren endlich ablösen.

Das Problem mit Umweltschutz liegt auch nicht in der mangelnden Förderung beim Staat. Es fragt sich vielmehr, ob die Umweltbelastungen der letzten Jahrzehnte überhaupt in dem Maße ausgeglichen werden könnten, als dass es in absehbarer Zeit gegen die globale Erwärmung helfen könnte. Wie dem auch sei, das Umdenken muss jedenfalls auch in Deutschlands Köpfen beginnen. Denn nicht zuletzt die Ellenbogenmentalität in einer „Geiz ist Geil“- Gesellschaft wirkt genau diesem Umdenken entgegen.

Geiz ist geil? Geiz ist eben nicht geil. Doch was soll man tun, um ein Umdenken zu ermöglichen? Fliegen wird immer billiger, die Welt immer mobiler – und auch wärmer. Und die Billigflieger von heute tragen mit Sicherheit recht wenig dazu bei, dass ein Umdenken der Leute stattfindet. Momentan läuft Umweltschutz bei den meisten eher „gezwungen“ ab, durch Gesetze und Richtlinien, die entweder den Leuten für ihren Beitrag zur Umwelt Geld versprechen oder eben Grenzen aufweisen. Zum Beispiel die Errichtung von Umweltzonen in den Innenstädten.

Wie wäre es denn eine richtig große Marketingkampagne vom Staat zu schalten. Wie beispielsweise bei der WM 2006, da sind doch tatsächlich alle Deutschen mal mit Autoflaggen rumgefahren. Auch diejenigen, die sonst mit Fußball – sagen wir mal wenig bis gar nichts – zu tun haben, schmückten ihr Auto mit einer Flagge. Das ganze hat, durch den Hordentrieb gefördert ja bekanntlich dazu geführt, dass sich alle irgendwie zusammengehörig gefühlt haben und stolz auf die Deutsche Nationalmannschaft waren. Wieso nicht Menschen die Ihr Auto umrüsten eine Autoflagge im speziellen, natürlich auffälligem Design zukommen lassen um offensichtlich bekannt zu machen, dass man etwas für die Umwelt tut?! Eventuell würde das dann den Nachbarn und weitere Leute dazu bewegen sich darüber Gedanken zu machen.

Auf Dieselpartikelfilter nachzurüsten, weil deswegen gespart werden kann, heißt also nicht automatisch, dass man ein Naturfreund ist. Das ist zwar traurig, aber wahr – und musste einfach mal gesagt werden. Wichtig ist dennoch, dass man etwas tut für die Umwelt, die Gründe sind dann erstmal zweitrangig. Deswegen finde ich die Umrüstung sinnvoll und durchdacht.