10 Nov

Strom: Aggregat oder System?

Als Bewunderer der Naturwissenschaften, arbeite ich mich gern in komplexe Themengebiete ein. Nicht zuletzt ist es ja Gegenstand von Mathematik und Physik schnell große Zusammenhänge mit ihren Wechselwirkungen zu erfassen. Dazu gehören auch beispielsweise Vorgänge der Stromerzeugung. Daher kam es auch, dass ich neulich, beim Kauf eines nützlichen Gerätes, das sich selbst Diesel Stromaggregat nennt, kaum meine körpereigene organisch-physikalische Energie zurückhalten konnte, die auf genaue Analyse des funkelnagelneuen Equipments brannte.

Dabei ging es erstaunlicher Weise sehr bald mehr philosophisch als physikalisch zu. Zunächst fragte ich mich natürlich, wie mein Stromaggregat funktioniert. Da stolperte ich über die üblichen Verdächtigen: Lorentzkraft, Ladungsträger, Frequenz usw. Nach langen Überlegungen und Bücherwälzen, sowie dem Ausgraben altbekannter Schulformeln, wie „Stromstärke ist gleich Ladung pro Zeiteinheit“, kamen mir immer öfter Fragen über den Begriff des Stromes in den Kopf.

Es gibt ja nicht nur den elektrischen Strom, sondern auch eine Strömung im Wasser, den Fluss der Zeit oder den Datenstrom. Natürlich fallen ihnen jetzt noch viele weitere synonyme Verwendungen für ein und dasselbe Wort ein. Aber : Ist es überhaupt zulässig, all diese verschiedenen Begrifflichkeiten unter einen Hut zu fassen ? Haben diese mannigfaltigen Ströme die selben grundlegenden Eigenschaften ?

Ich habe noch keine eindeutige Antwort darauf gefunden, denn meiner Meinung nach ist der elektrische Strom letztendlich ein System von atomaren Größen, das durch Änderungen des Energiegehalts eine Umverteilung des Energieniveaus zwischen zwei Punkten erzeugt. Dagegen sehe ich etwa den Datenstrom zum Einen als ein ( im philosophischen Verständnis des Begriffs Strom ) Aggregat, also ein nach außen hin bloßes Konglomerat an mehreren Arten von strömenden Daten; zum Anderen jedoch, ebenfalls als System, da jeder Datenstrom auf gleichartigen physikalischen Grundsätzen fußt.

Ich rätsele noch weiter an meiner Interpretation dieses Phänomens und auch an der Ermittlung des „Kraftstoffs“ des Stromes (oder Flusses) der Zeit. Ist zum Beispiel, wenn wir von Zeitfluss sprechen, unser Bewusstsein der Diesel des Ablaufs allen zeitlichen Geschehens ?